In fast jedem Speditionsvertrag steht ein Kürzel, das kaum jemand erklärt: ADSp. Auch Vehar logistiko beruft sich darauf, und in vielen unserer Beiträge taucht der Begriff auf – aber was die Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen für Sie als Versender konkret bedeuten, steht nirgends. Dieser Beitrag holt das nach: wie weit eine Spedition haftet, wo das Gesetz aufhört und was Sie selbst absichern müssen. Er ist als Orientierung gedacht, nicht als Rechtsberatung.
Was sind die ADSp 2017?
ADSp steht für Allgemeine Deutsche Spediteurbedingungen. Die aktuelle Fassung gilt seit dem 1. Januar 2017 und wird vom Deutschen Speditions- und Logistikverband gemeinsam mit Verbänden der verladenden Wirtschaft empfohlen. Entscheidend ist ihr Charakter: Die ADSp sind kein Gesetz, sondern Allgemeine Geschäftsbedingungen. Sie gelten nur, wenn sie wirksam in den Vertrag einbezogen werden – üblicherweise, indem der Spediteur vor Vertragsschluss auf sie hinweist. Sie gestalten das gesetzliche Speditionsrecht des Handelsgesetzbuchs im zulässigen Rahmen aus und ergänzen es um Punkte wie Haftungshöchstbeträge, Pfandrechte und Fristen.
ADSp, HGB und CMR – wer regelt was
Drei Regelwerke greifen ineinander, und es hilft, sie auseinanderzuhalten:
| Regelwerk | Was es ist | Wann es greift |
|---|---|---|
| HGB §§ 407 ff. | gesetzliches Speditions- und Frachtrecht | immer, als nationale Grundlage |
| CMR | zwingendes internationales Abkommen | bei grenzüberschreitendem Straßentransport |
| ADSp 2017 | Allgemeine Geschäftsbedingungen | nur, wenn vereinbart / einbezogen |
Auf dem Smartphone lässt sich die Tabelle seitlich wischen. Wichtig dabei: Die ADSp können zwingendes Recht nicht aushebeln. Läuft ein Transport grenzüberschreitend über die Straße, gilt die CMR unabhängig davon, was in den ADSp steht. National füllen die ADSp die Lücken, die das HGB offenlässt.
Wie weit haftet die Spedition? Der Kern: 8,33 SZR je Kilogramm
Der wichtigste Punkt für jeden Versender ist die Haftungsgrenze – und sie überrascht viele, weil sie am Gewicht hängt, nicht am Warenwert. Bei Verlust oder Beschädigung des Guts haftet die Spedition nach Ziffer 23 ADSp 2017 mit 8,33 Sonderziehungsrechten je Kilogramm des betroffenen Guts. Das entspricht der gesetzlichen Grenze in § 431 HGB und in der CMR. Das Sonderziehungsrecht (SZR) ist eine Rechengröße des Internationalen Währungsfonds, deren Euro-Wert börsentäglich schwankt.
Was das praktisch heißt, zeigt ein Beispiel: Eine Sendung wiegt 5 Kilogramm, ist aber 5.000 Euro wert. Die Haftung liegt dann bei rund 42 Sonderziehungsrechten – also bei einem kleinen Bruchteil des Warenwerts. Je leichter und wertvoller eine Ware ist, desto größer klafft die Lücke zwischen der gewichtsbezogenen Haftung und dem, was die Ware tatsächlich kostet. Wer glaubt, mit der Speditionshaftung sei der volle Warenwert abgesichert, irrt.
Die Höchstbeträge im Überblick (Ziffer 23)
Neben der Grenze je Kilogramm setzt Ziffer 23 ADSp 2017 weitere Höchstbeträge. Die folgende Übersicht dient der Orientierung; maßgeblich ist im Einzelfall der Wortlaut der ADSp:
| Fall | Haftungsgrenze |
|---|---|
| Güterschaden (Verlust / Beschädigung) | 8,33 SZR je kg |
| multimodaler Verkehr mit Seebeförderung / unbekannter Schadenort | 2 SZR je kg |
| Höchstbetrag je Schadenfall | 1,25 Mio. Euro (oder 2 SZR/kg, je nachdem, was höher ist) |
| Höchstbetrag je Schadenereignis | 2,5 Mio. Euro (oder 2 SZR/kg, je nachdem, was höher ist) |
| sonstige Schäden / Vermögensschäden | das Dreifache des Güterschadens, höchstens 125.000 Euro je Schadenfall |
Auf dem Smartphone lässt sich die Tabelle seitlich wischen. Diese Grenzen greifen im Regelfall. Bei grobem Verschulden oder Vorsatz kann die Haftung nach den gesetzlichen Regeln höher ausfallen – auch das ist ein Punkt, den im Streitfall ein Gericht beurteilt, nicht eine Faustregel.
Was Sie als Versender selbst absichern müssen
Aus der Gewichtslogik folgt die eigentliche Handlungsempfehlung: Die Differenz zwischen der Haftung nach ADSp und dem tatsächlichen Warenwert schließen Sie selbst – mit einer Warentransportversicherung. Sie ersetzt den Warenwert unabhängig vom Gewicht und unabhängig davon, ob die Spedition ein Verschulden trifft. Der Unterschied zwischen dieser Warenversicherung und der reinen Verkehrshaftung der Spedition ist im verlinkten Beitrag erklärt.
Drei Dinge liegen dabei in Ihrer Hand: den Warenwert korrekt angeben, damit die Versicherung im Schadenfall trägt; die Sendung transportsicher verpacken, weil eine mangelhafte Verpackung die Haftung mindern kann; und den Zustand bei Übergabe dokumentieren. Kommt es doch zu einem Schaden, zählt jeder Schritt – wie Sie einen Transportschaden reklamieren und wer bei Transportschäden haftet, steht in den verlinkten Beiträgen.
Bei Vehar logistiko
Vehar logistiko wickelt Transporte national auf Grundlage der ADSp 2017 ab, international auf Grundlage der CMR. Als Spedition mit Sitz in Mülheim an der Ruhr, gegründet 1933 und heute mit über 1.200 Geschäftskunden, gelten für uns dieselben gesetzlichen und vertraglichen Haftungsgrenzen wie beschrieben – die ADSp geben hier keinen Sonderweg, sie schaffen einen einheitlichen Rahmen. Wer den vollen Warenwert absichern will, kombiniert den Transport mit einer Warentransportversicherung. Die Buchung läuft ohne Registrierung, der Kauf auf Rechnung mit 14 Tagen Zahlungsziel, national und in 29 Länder Europas. Wer sich vorab über die Kostenseite klar werden will, findet den Preis im Rechner; wie sich Kosten und Haftung bei einer Beiladung verhalten, ist gesondert erklärt, ebenso die Frage, wer bei frei Haus oder unfrei die Fracht zahlt.
Transport auf Basis der ADSp 2017 beauftragen – mit festem Preis vor der Buchung.
Häufige Fragen
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Was sind die ADSp 2017?
Die Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen in der Fassung von 2017. Sie sind kein Gesetz, sondern Allgemeine Geschäftsbedingungen, die vom Deutschen Speditions- und Logistikverband gemeinsam mit Verbänden der verladenden Wirtschaft empfohlen werden und das gesetzliche Speditionsrecht ausgestalten.
Gelten die ADSp automatisch?
Nein. Als Allgemeine Geschäftsbedingungen gelten sie nur, wenn sie wirksam in den Vertrag einbezogen werden – in der Regel dadurch, dass der Spediteur vor Vertragsschluss darauf hinweist. Zwingendes Recht wie die CMR im grenzüberschreitenden Straßentransport können sie nicht verdrängen.
Wie hoch haftet eine Spedition nach ADSp 2017?
Bei Verlust oder Beschädigung des Guts mit 8,33 Sonderziehungsrechten je Kilogramm, wie in § 431 HGB und in der CMR. Ziffer 23 ADSp 2017 setzt zusätzliche Höchstbeträge: 1,25 Millionen Euro je Schadenfall und 2,5 Millionen Euro je Schadenereignis, jeweils oder 2 SZR/kg, je nachdem, was höher ist. Die Haftung richtet sich nach dem Gewicht, nicht nach dem Warenwert.
Was ist der Unterschied zwischen ADSp, HGB und CMR?
Das HGB ist das gesetzliche Speditions- und Frachtrecht und gilt immer als nationale Grundlage. Die CMR ist ein zwingendes Abkommen für den grenzüberschreitenden Straßentransport. Die ADSp sind Allgemeine Geschäftsbedingungen, die das HGB ausgestalten und nur bei Einbeziehung gelten, ohne zwingendes Recht zu verdrängen.
Reicht die ADSp-Haftung als Absicherung?
Für den vollen Warenwert in der Regel nicht, weil sie am Gewicht bemessen ist. Bei leichter, hochwertiger Ware liegt die Haftung oft weit unter dem tatsächlichen Wert. Wer den Warenwert absichern will, ergänzt den Transport um eine Warentransportversicherung.
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Maßgeblich ist der Wortlaut der ADSp 2017 sowie der gesetzlichen Regelungen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von unserer Redaktion fachlich geprüft.


